tesouro verde - Hilfe für Amazonien e. V.

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Dringende Hilfe für die Ka´apor Indianer am Amazonas

Überall in der brasilianischen Amazonasregion sehen sich die eingeborenen Bevölkerungsgruppen existenziellen Gefahren ausgesetzt, zum Beispiel die der destruktiven und illegalen ökonomischen Aktivitäten von Holz- und Bergbauunternehmen. Diese Firmen bieten den Indianerstämmen Geld für die Erlaubnis, die Ressourcen der Reservate zu verkaufen. Nach ein paar Jahren ist dieses Geld verbraucht, der Wald vernichtet und die indigene Kultur nachhaltig zerstört.


Die Ka'apor und ihre Situation

Es gibt ca. 1.500 Ka´apor (ka´a = "Wald" + por = "Sache von", Ka´apor = Waldbewohner), die die Sprache der Tupi-Guarani Familie sprechen. Sie leben im Indianer-Reservat "Alto Turiaçu", das im Tropischen Regenwald zwischen den Städten Belém (nahe der Amazonasmündung) und São Luiz, der Hauptstadt des Staates Maranhão. In den 90er Jahren fielen Bauern und Holzfäller in ihr Territorium ein, die erst nach heftigen Abwehr-Kämpfen vertrieben werden konnten. Teile des Ka´apor Gebietes wurde durch die Eindringlinge zerstört, aber die größten Flächen sind noch intakt.


Der Kampf gegen die illegale Abholzung

Unglücklicherweise wurden ihre Nachbarn, die Tembé, von der Holzindustrie korrumpiert und erlauben die Abholzung großer Waldgebiete - mit katastrophalen Konsequenzen für den Wald, die Fauna und die indigene Gesellschaft. Trotz der großen Versuchung, den Verlockungen der Zivilisation und den Geldangeboten für illegale Abholzung nachzugeben, sind die meisten Ka'apor immer noch gegen diesen Weg und suchen nach alternativen Möglichkeiten Einkommen für ihren Stamm aus dem Wald zu erzielen.

Die Zeit drängt, da sowohl die Tembé als auch die Holzindustrie aktiv versuchen, das Land der Ka´apor für die Abholzung zu öffnen.

Die staatlichen Institutionen sind mehrmals gegen die (illegalen) Methoden eingeschritten, aber die Situation ist schwer zu kontrollieren, wenn die Zerstörung des Regenwalds in Kooperation mit den eingeborenen Stämmen stattfindet.

Kürzlich wurde die staatliche Forst-Agentur (IBAMA) in der Nähe der Stadt Paragominas in einem nächtlichen Überfall von Holzfällern und ihren Komplizen angegriffen. 19 LKW, die konfisziert worden waren, wurden geraubt, die Zentrale der Agentur wurde in Brand gesteckt.

Wenn nicht nachhaltige wirtschaftliche Alternativen für die Bewohner des Amazonas-Gebiets gefunden werden, werden sie weiter ihre Regionen zur Abholzung und damit Vernichtung an die Holzmafia verkaufen. Polizei- oder andere Maßnahmen allein können hier nicht erfolgreich sein.


Die Lösung: Nachhaltige ökonomische Alternativen

Ein Schritt in diese Richtung ist ein Projekt, das 2007 gestartet wurde. Finanziert vom "National Research Council of Brazil", koordininert von der Anthropologin Cláudia Lopez (Museu Goeldi), dokumentiert dieses Projekt das traditionelle Wissen der Ka´apor über den Wald (Flora und Fauna).

Auch wurde auf die Möglichkeit der kommerziellen Nutzung von Produkten aus den Wäldern hingewiesen: Was die Ka´apor besonders interessierte war die Aufforstung des Regenwaldes. Durch das Sammeln von Samen und das Züchten von Setzlingen können die Ka´apor aktiv die Wiederaufforstung der zerstörten Waldgebiete vorantreiben.

Seit es ein Gesetz gibt, das Farmer zur Wiederaufforstung gerodeter Waldgebiete verpflichtet und auch Projekte aus dem "Carbon Credit Fund" (Emmissionshandel) immer mehr Bäume anpflanzen, gibt es einen stark steigenden Bedarf an Samen und Setzlingen in der Region. Außerdem hat der Bundesstaat Pará ein Projekt aufgesetzt, das in den nächsten Jahren eine Milliarde Bäume für den Regenwald anpflanzen wird.

Es ist ein sehr ehrgeiziges Projekt und es kann unter Umständen unmöglich sein all die notwendigen Samen und Pflanzen zu erhalten. Doch durch diese Entwicklung ist der Preis für Samen und Setzlinge gestiegen und jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dieses Projekt mit den Ka'apor zu starten. Denn sie sind es, die dieses neue wertvolle Gut anbieten können.

Als Teil des Projekts von Cláudia Lopez lernten die Ka´apor die professionelle Anpflanzung und Pflege von Setzlingen. Dieses Training resultierte in ca. 2.500 Setzligen zum heutigen Tage, die nun gewinnbringend verkauft werden können.

Es ist möglich, die Produktion stark zu erweitern und das Einkommen - und damit die Existenz- der Ka´apor zu sichern.

Ein anderer Schritt zur nachhaltigen kommerziellen Nutzung von Regenwald-Produkten begann im September 2008. Dieses Projekt wird von dem Labor für Waldsamen der brasilianischen Forstagentur Embrapa durchgeführt. Die Ka´apor werden im Rahmen dieses Projekts ausgebildet, wertvolle Samen zu sammeln und zu verarbeiten. Das Sammeln und verarbeiten von Urwaldsamen ist complex, da jeden Monat andere Pflanzen reife Samen für eine begrenzte Zeit produzieren und jede Spezies ihre eigenen Charakteristika hat.

Oft müssen grosse Bäume bestiegen warden, um Samen in den Wipfeln zu sammeln, bevor sie durch den Wind davongetragen werden. Viele Pflanzen produzieren Samen nur jedes zweite Jahr. Die Verarbeitung und Lagerung der Samen ist ebenfalls eine Kunst: Einige können monatelang aufbewahrt werden, andere verrotten nach einer Woche. Jede Spezies muss korrekt identifiziert werden, um den Käufern zu garantieren, dass sie die richtigen Samen kaufen.

In dem Pilotprojekt konnten die Ka´apor in die Methoden der Samen-Sammlung, -Identifikation, -Lagerung und -Verarbeitung eingewiesen werden. Das Pilotprojekt wird jedoch bald enden und die professionelle, großangelegte Vermarktung der Samen muss beginnen.


Politische Unterstützung

Die Ka´apor werden bei ihrem Versuch, eine nachhaltige Forstwirtschaft aufzubauen und so die ökonomische Grundlage ihres Volkes zu sichern, von offizieller Seite unterstützt.

Sowohl die Embrapa als auch das Museu Goeldi sind respektierte brasilianische Institutionen. Die Brazilian National Indian Foundation ist ein starker Unterstützer des Vorhabens. IDEFLOR, die Agentur, die das Wiederaufforstungsprojekt "Eine Milliarde Bäume" betreibt, hat starkes Interesse, Samen und Setzlinge von den Ka´apor zu kaufen. Das Gebiet der Ka´apor ist weitgehend unberührt und kann als Gen-Bank für die Wiedererschaffung natürlichen Regenwalds dienen, der andernorts zerstört wurde.

Die Völker des Amazonasgebiets sind seit Jahrtausenden mit ihrer Umgebung vertraut und sind in der Lage, die Anforderungen ihrer neuen Kunden zu erfüllen. Die neuen ökonomischen Möglichkeiten motivieren die Stämme, ihre traditionelle Lebensweise in den angestammten Gebieten fortzusetzen und als Wächter des Regenwaldes im Interesse aller zu wirken - mit wirtschaftlicher Perspektive.

Das Ka´apor Projekt kann als Beispiel für andere indigene Völker in der Region dienen, eine Lösung für die akuten Umweltprobleme in der Amazonas-Region kann so realistisch gefunden werden.


Die aktuellen Bedürfnisse der Ka´apor

  1. Zwei Aluminium-Boote mit Außenbord-Motor, um ihr Gebiet durch Patrouillenfahrten von illegalen Holzfällern zu beschützen und Samen / Setzlinge zu den Abnahmestellen zu transportieren.
  2. Training und Ausrüstungsmaterial, um Samen auf Bäumen einzusammeln.
  3. Untersuchungs-Equipment zur professionellen Identifikation verschiedener Spezies.
  4. Ausrüstung und Einrichtungsmaterial zur Aufzucht der Setzlinge.
  5. Unterstützung bei Buchhaltung: Personal für die Buchhaltung, Verkauf und Dokumentation.
  6. Technische Ausrüstung: Computer für administrative Tätigkeiten


Bitte Spenden an:

Tesouro verde e. V.
Konto Nr.: 22207021
BLZ 70250150
Kreissparkasse
München Starnberg

Spenden können steuerlich geltend gemacht werden,
Spendenquittungen schicken wir Ihnen natürlich zu.

Die Ka'apor in Ost-AmazonienDie Ka'apor in Ost-Amazonien

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Traditionelles Ka'apor Festival, Dorf XiéTraditionelles Ka'apor Festival, Dorf Xié

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Setzlinge der Ka´aporSetzlinge der Ka´apor

Setzlinge der Ka´apor

Ka'apor beim Sammeln von Samen von BäumenKa'apor beim Sammeln von Samen von Bäumen Ka'apor beim Sammeln von Samen von BäumenKa'apor beim Sammeln von Samen von Bäumen

Ka'apor beim Sammeln von Samen von Bäumen

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